Gitarre
Thomas Brill, Sebastian Ellerich, Carola Enke- Gregull, Oliver Gier, Yuri Santillan, Marco Schmidt, Jens Schuster, 

Die Gitarre an der Musik-und Kustschule Remscheid

Der folgende Text richtet sich vor allem an jüngere Schüler und deren Eltern, doch werden auch alle anderen Gitarrenfreunde Interessantes und Neues darin finden.

Die Gitarre und ihre Vorläufer, die aus dem arabischen Raum über Spanien zu uns gekommen sind, zählen zu den ältesten Musikinstrumenten überhaupt. Noch um 1500 wurde das Instru­ment hauptsächlich in akkordischer Weise gespielt, was der Gitarre zu großer volkstümlicher Verbreitung verhalf. Gerade in Südeuropa wurde die Gitarre das beliebteste Instrument sowohl in breiten Volks­schichten als auch in höfischen Kreisen. So haftet ihm einerseits der Ruf eines – wohlmöglich auch noch leicht zu erlernenden – Begleit-oder Volksinstrumentes an; auf der an­deren Seite steht die Gitarre als »klassisches« Instrument mit einem Repertoire, das von Solo­werken über Kammermusik bis hin zu Orchesterkonzerten und der Oper reicht. Die Entwicklung der Popmusikkultur der letzten Jahrzehnte ist ohne die Gitarre ebenfalls nicht vorstellbar. Für viele unserer Zeitgenossen ist »Gitarre spielen« immer noch ein Synonym für »zur Gitarre singen«. In jedem Fall – das gilt insbesondere für die fast immer unterschätzte Liedbegleitung – ist die Technik des Gitarrenspiels auch für Anfänger sehr viel anspruchsvoller als dies gemein­hin vermutet wird.

Eine wichtige Voraussetzung für einen erfolgreichen Unterricht ist, dass der Schüler ein seiner Körpergröße angemessenes Instrument hat. Schon das Halten des Instrumentes wird erschwert oder gar unmöglich, wenn die Gitarre zu groß ist. Die Größe einer Gitarre wird u.a. mit der »Mensur« angegeben. Dies ist die Länge der klingenden Saite. Sie beträgt bei einer »Erwachsenen«-Gitarre 65 cm. Für Kinder bzw. Jugendliche werden Mensuren von ca. 44 cm (¼-Größe) bis 62 cm hergestellt. Mit der Mensur wachsen auch alle anderen Proportionen des Instrumentes. Viele 6–7-jährigen starten mit 1/2-Gitarren (53-55 cm) und können diese häufig gut bis zum Ende der 4. Klasse behalten. Bitte sprechen Sie vor dem Kauf einer eigenen Gitarre mit dem jeweiligen Gitarren­lehrer. Er wird Sie hinsichtlich der Größe und der Ausstattung des Instrumentes beraten.

Was benötigen junge Gitarristinnen und Gitarristen außer einer passenden Gitarre?


Stuhl / Hocker

Für eine optimale Spielhaltung der Gitarre soll der Stuhl so hoch/niedrig sein, dass der Spieler im Sitzen die Fußsohlen flach auf den Boden stellen kann, bzw. die Oberschenkel eine waage­rechte Linie bilden. Dies gilt für Kinder ebenso wie für Erwachsene. Sitzhöhe für 6-10-jährige Kinder: ca. 34-37 cm

Fußbänkchen
…dient zur Erhöhung des linken Oberschenkels, auf dem die Gitarre ruht.
(wird nur für den inka-Kurs von der MKS verliehen)
Der Kopf der Gitarre kommt somit (in Verbindung mit dem passenden Stuhl)
auf Augenhöhe des Spielers. Es gibt auch alternativ auch Stative, die an der
Gitarre befestigt werden, die sind aber rel. teuer und passen i. d. R. nicht auf die kleineren
Schülergitarren

Schülergitarren werden überwiegend fabrikmäßig mit sehr rationellen Arbeitsweisen und Ma­schineneinsatz überwiegend in Billiglohnländern hergestellt. Die Preise sind daher im Vergleich zu vielen anderen Instrumenten und gemessen am erforderlichen Aufwand ausgesprochen güns­tig. Die einfachsten Modelle sind aus gesperrten, furnierten Hölzern gebaut.
Diese Kategorie beginnt bei etwa 130 €. Es werden auch Gitarren weit unter diesem Preis ver­kauft. Aber gerade die sollte man nur kaufen, wenn man sie vorher anspielen kann. Ab ca. 200€ sind Gitarren mit massiver Zedern-oder (in der Preisklasse selten) Fichtendecke zu haben.
Hinzu kommt noch eine voll gefütterte Hülle, die ab 30 € zu haben ist. Auch ein Fußbänkchen
gehört zur Grundausstattung (ca 10€).
Besprechen sie einen Gitarrenkauf immer zuvor mit dem jeweiligen Fachlehrer.

Die MKS bietet, je nach Verfügbarkeit, die Möglichkeit an, eine Gitarre (in der Regel für max. 1 Jahr) gegen eine Gebühr auszuleihen.

E-Gitarre und E-Baß haben keinen Klangkorpus und beim Spiel ist man immer auf einen Verstärker angewiesen. Vor allem wegen ihrer Größe und ihres Gewichts sind dies keine kindgemäßen Instrumente. (Mensur E-Gitarre: 65 cm/E-Baß 75-87 cm; Gewicht der Instrumente bis zu 5 Kg.).

In der Regel beginnen Schüler erst im Alter von ca. 12 Jahren mit der E-Gitarre.
Viele E-Gitarrenlehrer legen Wert darauf, dass die Schüler Spiel-Erfahrungen mit akustischer Gitarre mitbringen. Die Spieltechniken der akustischen Gitarren lassen sich gut übertragen auf die E-Gitarre (was umgekehrt nicht gilt).

Beratung durch:

Oliver Gier – Betreuer für den Fachbereich Zupfinstrumente
Tel. 02191/66 26 02
oliver.gier@online.de