Gambe
Christiane Benscheid-Rick, Eva Heydasch, 

Gambe -

so heißt sie im allgemeinen Sprachgebrauch und steht für eine Familie historischer Streichinstrumente (Diskant, Alt/Tenor, Bass u.a.).Ihr historischer Name lautet 
 
Viola da gamba (ital.: viola – Geige / da-von/gamba – Knie),
 
was einerseits ihre adelige Herkunft verrät, andererseits schon einen Hinweis auf ihre Spielhaltung beinhaltet. Die Gamben werden zwischen den Knien gehalten. Wie die Instrumente der Geigenfamilie ist die Gambe aus verschiedenen Hölzern gefertigt, hat aber breitere Zargen, einen flacheren Steg, in der Regel Holzwirbel ohne  Feinstimmer, C-Schalllöcher, ein mit Bünden versehenes Griffbrett und 6-7 Darmsaiten in Quart-Terz Stimmung. Der Bogen wird im Untergriff gehalten.
 
Die Viola da gamba  hat sich als Kammermusikinstrument der Aristokratie und des wohlhabenden Bürgertums vor allem vom 16. bis zur Mitte des 18.Jahrhunderts in der Musik zahlreicher europäischer Länder behauptet, wobei sie, je nach Land, sehr unterschiedlich und vielfältig in ihrer Spielweise auftrat ( z.B. mehrstimmig  akkordisches Spiel, Verzierungspraxis in französischen Suiten, einstimmig melodische Spielweise in deutschen Sonaten, Diminutionspraxis und Consortmusik /Spiel im Gambenensemble in England u.a.).  Die Gambe geriet schließlich eine Zeit lang in Vergessenheit und erlebte erst wieder seit Beginn des 20. Jh. eine Renaissance. Über ihren solistischen Einsatz und ihre Funktion als Consortinstrument hinaus, übernimmt  die Bassgambe außerdem die Rolle des tiefen Streichinstruments in Sonaten und Suiten jener Zeit, den Continuo.  Aufgrund ihrer klanglichen Eigenheiten bleibt sie jedoch ein Kammermusikinstrument und ist nicht für´s Orchester geeignet. Ihre liebsten instrumentalen Mitstreiter sind das Cembalo, die Blockflöte, historische Blasinstrumente wie Krummhorn, Pommer, Zink u.a., Singstimme, Chor. 
 
Durch die unterschiedlichen Größen und der Tatsache, dass ein jedes Instrument der Gambenfamilie als solistisches Instrument auftreten kann, ist der Einstieg in nahezu jedem Alter möglich. Die Gambe eignet sich auch sehr gut als individuelles Instrument für erwachsene Anfänger. Mit den jüngsten Schülerinnen und Schülern  ab 6-8 Jahren, beginnen wir jedoch mit der bauähnlichen Fidel, die robuster gebaut ist und Stahlsaiten hat, die sich nicht so leicht verstimmen. Auch in der Literatur sind wir flexibel – so hat sich ein Indianertanz mit Trommelbegleitung, gespielt auf der Fidel, genauso bewährt wie „Hot Chili“ auf der Bassgambe  mit Schlagzeugbegleitung oder ein mittelalterliches Trinklied mit Dudelsack und Gambe. Ebenso kommen die Fideln und Gamben in verschiedenen Ensembles zum Einsatz. Die MKS verfügt über einige Leihinstrumente.
 
Gambe - ein zeitgemäßes Instrument?
 
Auf jeden Fall eines, das nicht jeder spielt und eines, das in unserer heutigen, schnelllebigen Zeit ein Stück Individualität schafft.
 
Wir Gambenlehrer freuen uns über regen Zulauf und versprechen:“Es wird nicht langweilig!“ 
 
Kontakt über Christiane Benscheid–Rick und Eva Heydasch